Iran-Krise
Mittwoch, 23. Juli 2008Heute las ich im Spiegel einen Artikel über die aktuelle Entwicklung der Iran-Krise. Eigentlich steht da nichts neues. Die Weltgemeinschaft fordert Iran auf, Uran-Anreicherung zu stoppen, Iran signalisiert die Bereitschaft zur Verhandlungen, die, wie immer, zu keinem Ergebnis führen und das Spiel beginnt von vorne los. Irgendwie merkwürdig, dass beide Seiten diesen Ritual schon seit mehreren Monaten wiederholen. Es ist, meiner Meinung nach, offensichtlich, dass Iran die Zeit zu gewinnen versucht, während EU und andere Staaten, die mit Mullah-Regime verhandeln, mit “europäischer Diplomatie” das Konflikt zu lösen versuchen. Ich bin der Auffassung, dass es durchaus sinnvoll wäre, dem Iran kostenlos ein paar Kernkraftwerke zu bauen, die auf dem schweren Wasser laufen. Diese Kernkraftwerke sind, was die Energiegewinn angeht, sehr effizient und für den Bau einer Atombombe völlig ungeeignet. Soweit ich weiß, bauten die USA solche Kraftwerke für Nordkorea. Die nordkoreanische Regierung erklärte sich danach bereit, weitere Atomwaffenforschungen einzustellen.
Wenn die Regierung von Iran wirklich keine Atomwaffen bauen will, wird sie solches Angebot annehmen. Sonst sehe ich keine Argumente, die gegen sehr harte Sanktionen sprechen. Den Konflikt mit Waffen zu lösen ist sicherlich keine gute Idee, wie man am Beispiel von Irak, gut sehen kann. Daher bleibt eine völlige wirtschaftliche und politische Isolation als einzige Lösung. Ich fürchte aber, dass eine Isolation von Iran einfach unmöglich ist, da Iran eine Interessen-Zone von Russland und China ist. China benötigt sehr viele Rohstoffe und daher sehr leicht für Iran zu gewinnen ist, da Iran Öl und Gas hat. Russland ist daran interessiert, Waffen an Iran zu verkaufen. Außerdem träumt Russland schon lange davon, eine Organisation am Beispiel von OPEC für einen koordinierten Verkauf von Gas zu gründen und Iran mit ins Boot zu nehmen, da Iran ja viele Gas-Vorkommen besitzt. Teufelskreis?