Die Singlereise des George W. Bush
8 Jahre im Amt und am Ende wohl auch eben so viele Freunde. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann – im negativen Sinne. Kein anderer amerikanischer Präsident hat es geschafft, sich in 2 Amtsperioden so viele Feinde und Widersacher zu schaffen. Angefangen bei der Politik hinsichtlich des Irak-Krieges, bis hin zu den ergebnislosen Atomraketensuchen im Iran: George W. Bush hat politische Fehler begangen. Viele Journalisten und Kommentatoren berichteten bereits am Ende seiner ersten Amtsperiode von politischem Selbstmord im Weißen Haus. Allein dies ist bezeichnend für eine Politikerkarriere, wie sie einem Mann mit so großem Einfluss und Macht noch nie widerfahren war.
Aufgewachsen und groß geworden als waschechter Texaner auf einer riesigen Ranch, wusste Georg W. Bush immer schon was es heißt, eine Welt zu verwalten, über dessen Tellerrand man nicht blicken kann. Waren es damals die Weiden der Ranch, die am Horizont noch nicht ihr Ende fanden, so waren es später als Politiker die Geschehen in aller Welt. Ständig bemüht um die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Landsleute, schien es so, als ob Bush in einem Traum agiere und handle. Sein erster Wahlsieg war ebenso unklar wie die Außenpolitik, die er versuchte vehement zu verteidigen und dem Congress und Senat schmackhaft zu machen. Mit der Mehrheit der Demokarten, die er zum Schluss seiner 2. Amtsperiode im Congress gegen sich hatte, war sein Schicksal besiegelt (abgesehen davon, dass er für eine Wiederwahl rein verfassungsrechtlich nicht in Frage gekommen wäre). Die Herausforderung unseres aktuellen Jahrzehnts, die globale Finanz- und Wirtschaftskrise mit samt ihrer politischen Verstrickungen, blieb ihm letztendlich erspart. Für seinen Nachfolger Barack Obama wird sie darüber hinaus weniger ein Spaziergang, sondern vielmehr eine erste wichtige Zerreißprobe auf internationaler Bühne.
Abschließend kann man metaphorisch davon sprechen, dass Georg W. Bush als Single eine 8-jährige Reise angetreten hat. Von dieser Single Reise kam er jedoch nicht mit vielen Partner und Freunden, sondern alleingelassen und einsamer denn je nach Hause zurück. Letztendlich bleibt die Hoffnung darauf, dass er nun doch die gesamte Fläche seiner texanischen Ranch in Ruhe überblicken kann.
Dieser Gastbeitrag wurde von Frau Manuela Wörther zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
